Wir über uns

Standpunkte – Prioritäten setzen. Überzeugungen vertreten.

Neuer Aufsichtsrat, bewährtes Engagement:
Mit welchen Schwerpunkten Pro Arbeit in die Zukunft startet

Seit rund 26 Jahren hilft Pro Arbeit den unterschiedlichsten Personengruppen mit verschiedensten Angeboten, Maßnahmen und Projekten bei der Arbeitsmarktintegration. In mehr als einem Vierteljahrhundert haben wir vielfältige Erfahrungen gesammelt, Kontakte geknüpft und Veränderungen erlebt. Eine ganz konkrete Veränderung besteht für uns aktuell in der Zusammenarbeit mit einem neuen Aufsichtsrat, der in der Mitgliederversammlung vom 7. Juni 2013 für einen Zeitraum von drei Jahren gewählt wurde. An der Spitze des Aufsichtsrats löst der SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Brandner unseren langjährigen Vorsitzenden Manfred Grote ab. Das Amt der zweiten Vorsitzenden übernimmt Mechthild Gröver von ihrem Vorgänger Martin Nastelski, der uns als Beisitzer erhalten bleibt. Weiterhin als Beisitzer dabei sind auch Ulrich Westerbarkey und Ralf Fischer. Klaus Bartscher, Norbert Pinkerneil und Dieter Kardinahl scheiden nach vielen Jahren Mitarbeit im Aufsichtsrat aus – wir danken ihnen allen für ihre tatkräftige Unterstützung.
In enger Zusammenarbeit zwischen dem Aufsichtsrat und der bewährten Geschäftsführung aus mir, Brigitte Kaese, und meinem Stellvertreter Thorsten Kinner stellt sich Pro Arbeit auf die aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarktes ein. Unsere gemeinsame Marschrichtung ist klar und auch in der gegenwärtigen Zeit der Kürzungen und Sparmaßnahmen unverändert: Wir wollen die Menschen aus der Region gezielt mit vielfältigen Projekten und Angeboten rund um die Arbeitsmarktintegration unterstützen. Um den Weg in den Beruf von Anfang an möglichst reibungslos und erfolgreich zu gestalten, liegt ein wichtiger Schwerpunkt unserer Einrichtung derzeit in den Bereichen Berufsorientierung und Ausbildung.
Mit unserem umfassenden Berufsorientierungsangebot, das von der Mitwirkung an Ferienspielen über Probierwerkstätten und Kompetenzchecks bis hin zu einem spannenden Kursangebot vor allem im technischen Bereich reicht, möchten wir Schülerinnen und Schüler optimal bei der Berufsfindung unterstützen. Auch die Ausbildung junger Menschen liegt uns besonders am Herzen. Deshalb bilden wir in zahlreichen Berufen selbst aus, vermitteln Azubis an heimische Betriebe und engagieren uns in (überbetrieblichen) Ausbildungskooperationen.Die Zukunft beginnt heute – das gilt für unseren Verein ebenso wie für jeden einzelnen Menschen, der unsere Unterstützung sucht. Wir sind davon überzeugt, dass wir gemeinsam und mit der richtigen Strategie einen wertvollen Beitrag gegen die (Jugend)Arbeitslosigkeit, den Fachkräftemangel und viele Herausforderungen der Zeit leisten können. Daran arbeiten wir Tag für Tag mit größtmöglichem Engagement!

Ihre Brigitte Kaese

 

September 2012:
Volles Haus, leere Kassen:
Warum viele Radstationen trotz guter Auslastung vor dem Aus stehen

Wenn ein Service-Angebot zufriedenstellend angenommen wird und darüber hinaus arbeitslosen Menschen eine Perspektive bietet, dann sollte man es beibehalten. Sollte man meinen. Und doch sieht die Realität – wie so oft – anders aus.
Wie alle gemeinnützigen Träger im Bereich Arbeitsmarktintegration kämpfen wir mit Kürzungen von rund 60 Prozent (!) bei den zugewiesenen Maßnahmeteilnehmern und gefördertem Personal. Für unsere Radstationen, die neben dem praktischen Bürgerservice der sinnvollen Beschäftigung und Qualifizierung erwerbsloser Menschen aus der Region dienen, kann diese massive Sparpolitik das Aus bedeuten. Schon heute finanzieren wir in der Radstation Rheda das Personal mit Ausnahme eines Teilnehmers sowie eines Mitarbeiters über das Programm Jobperspektive selbst. Trotz der sehr guten Auslastung erwirtschaften wir dadurch ein Defizit, das aufgrund künftiger Mietzahlungen an die Deutsche Bahn AG weiter steigen wird. Ein Zustand, den wir als gemeinnütziger Verein nicht länger tragen können. Aus diesem Grund führen wir nicht nur intensive Gespräche mit der Stadt Rheda-Wiedenbrück, sondern haben in den vergangenen Wochen ebenfalls die zuständigen Landtagsabgeordneten von SPD, Grünen und CDU sowie Vertreter aus Kreistag und Stadtrat bei Ortsterminen über die problematische Situation informiert. Im Interesse unserer Mitarbeiter und Teilnehmer, vor allem aber auch im Interesse der vielen Nutzer der Einrichtungen, hoffen wir auf schnelle, effiziente Unterstützung, damit wir die Radstationen dauerhaft weiterführen können.
Die Pro Arbeit-Radstationen bieten mit ihrem umfassenden Service rund ums Rad viel mehr als nur einen günstigen, sicheren Parkplatz für den Drahtesel. Zum Angebot zählen neben kleineren Reparaturen und Zubehör auch Radwanderkarten und Touren-Tipps, die Anti-Diebstahl-Codierung, Leihräder sowie der Verkauf von preiswerten Gebrauchträdern. Darüber hinaus wirken sie sich positiv auf ein sicheres, attraktives Bahnhofsumfeld aus. Überzeugt haben wir mit unseren Radstationen übrigens auch die Landesentwicklungsgesellschaft, die uns kürzlich im Rahmen eines Wettbewerbs mit einem Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro ausgezeichnet hat. Lassen Sie uns gemeinsam auf weitere solcher Nachrichten hoffen!

Ihre Brigitte Kaese

 

Oktober 2011:
„Wie soll es weitergehen?“
Wie der soziale Kahlschlag den Trägern das (Über)Leben schwer macht

Das Geld ist knapp. Das hören und spüren wir alle jeden Tag. Sparen ist angesagt. Zuschüsse werden gekürzt oder gestrichen, Leistungen abgeschafft, Projekte nicht verlängert. Was zählt, sind Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Das gilt auch dann, wenn es um die Beschäftigung, Qualifizierung und Integration von Erwerbslosen geht. Das Ziel von Politik und Gesellschaft ist klar: Jeder Arbeitslose soll möglichst schnell wieder in den sogenannten ersten Arbeitsmarkt, also reguläre Arbeitsverhältnisse, vermittelt werden.
So weit die Theorie. Dass die Praxis anders aussieht, hat die Politik nicht davon abgehalten, am 23. September 2011 mit der „Instrumentenreform“ einen regelrechten „sozialen Kahlschlag“ zu beschließen. Betroffen von den massiven Kürzungen sind in erster Linie Langzeitarbeitslose. Menschen, die nicht ohne weiteres auf dem ersten Arbeitsmarkt integrierbar sind. Auch diese Menschen haben ein Recht auf Arbeit, auf gesellschaftliche Anerkennung, einen strukturierten Tagesablauf und soziale Kontakte. Doch die Arbeitsgelegenheiten, in denen Pro Arbeit Langzeitarbeitslose in einem geschützten Rahmen trainiert und beschäftigt, werden künftig massiv zurückgefahren, die sozialpädagogische Betreuung wird ebenso wie die vielfältige Qualifizierung der Teilnehmer ersatzlos gestrichen. Damit trifft die Reform am härtesten die Menschen, die keine Alternativen zu den Arbeitsgelegenheiten in Zweckbetrieben haben. „Wie soll es weitergehen, Herr Brinkhaus?“, fragten vier unserer Maßnahmeteilnehmer stellvertretend für alle Betroffenen im Oktober den Bundestagsabgeordneten für den Kreis Gütersloh. Auch Ralph Brinkhaus räumte Versäumnisse bei der Instrumentenreform ein. Der Umgang mit der Langzeitarbeitslosigkeit sei bislang „noch nicht ordentlich gelöst“. Die Reform wird dennoch umgesetzt – und bedroht die Existenz aller gemeinnützigen Träger im Bereich der Arbeitsmarktintegration. Auch wir müssen nun kreativ nach Lösungen suchen und uns fit für eine schwierige Zukunft machen. Einen ersten Meilenstein erreichte Pro Arbeit jetzt durch die Zertifizierung der Trägerzulassung gemäß Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung (AZWV). Diese offizielle Auszeichnung der Qualität, Effizienz und Transparenz unserer Organisation begreifen wir als Bestätigung, aber auch als Ansporn und Richtschnur für kommende Entwicklungen. Mithilfe unseres modernen Qualitätsmanagements wollen und können wir uns kontinuierlich selbst verbessern und so auch in Zukunft zuverlässig und erfolgreich arbeiten. Für Sie und alle anderen Menschen in der Region!

Ihre Brigitte Kaese